Ein Blog über unsere Züchtererlebnisse

Hier lesen Sie unsere Erfahrungen mit Katzenkrankheiten, wie wir damit umgegangen sind und alles Wissenswerte zu den einzelnen Erkrankungen. Dieser Blog stellt nur unsere Erlebnisse da und ist kein medizinischer Ratgeber, dazu sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen

Dienstag, 30. November 2010

2007 Giardien

2007 hatte unsere Emmy plötzlich Durchfall, es waren Giardien, aber auch daran ist keiner gestorben, wie mir manche " ach so weise" Leute einreden wollten. Auch die hat unsere Tierärztin in den Griff gekriegt, und heute ist Emmy Giardienfrei

Was sind Giardien?

Giardien sind einzellige Parasiten die sich vor allem im Dünndarm der Wirtstiere (auch beim Menschen) ansiedeln.
Sie verursachen vorwiegend bei Jungtieren und geschwächten Tieren langandauernde Durchfälle.

Eigentlich kommen Giardien hauptsächlich in südlichen Regionen vor. Tierfreunde, die sich ein Kätzchen aus dem Mittelmeerraum mitbringen, importieren diese „netten“ Darmbewohner manchmal gleich mit. Die Ansteckung geht dann sehr leicht über den frischen Kot von Tier zu Tier weiter. Oft werden auch Katzen und Hunde aus südländischen Tierheimen zur Vermittlung nach Deutschland gebracht. So kommt es dann zur epidemieartigen Ausbreitung in Tierheimen bzw. im Revier der freilaufenden Tiere.

Bereits im Jahre 1983 wurde die Übertragung einer Giardieninfektion vom Menschen auf den Hund nachgewiesen. Logischerweise ist es natürlich auch umgekehrt möglich, dass eine Übertragung der Infektion durch Katze oder Hund auf den Menschen erfolgen kann, insbesondere sind hier Kinder sehr gefährdet.

Eine Übertragung der Giardien erfolgt meist durch den frischen Kot, meist beim gegenseitigen Beschnüffeln bzw. durch „Schmierinfektionen“.


Wie zeigt sich eine Giardien –Infektion?

Bei stabilem Immunsystem und guter Darmflora können diese Einzeller vereinzelt vorkommen ohne irgendwelche Probleme zu verursachen. Sollte aber durch Stress, Nahrungsveränderung oder einer Infektion mit einem Magen-Darm-Virus die Darmflora aus dem Lot geraten, vermehren sich die Giardien und führen zu anhaltend schlimmen und therapieresistenten Durchfällen. Meistens sind Katzenbabys und Jungkatzen von dieser Infektion betroffen. Hier gilt besondere Sorgfalt, denn junge Katzen trocknen sehr schnell aus!

Der Kot ist sehr dünn (oft kann die Katze den Stuhl nicht halten, er läuft einfach hinten heraus), stinkt süßsäuerlich und die Farbe ist eher hellgelb bzw. hellgrau. Das Allgemeinbefinden der befallenen Katze ist kaum betroffen. Der Appetit ist völlig normal, dennoch magert das Kätzchen ab. Die üblichen Behandlungsmethoden helfen nicht - Giardien sind Parasiten und deshalb nicht mit Antibiotika oder darmberuhigenden Diäten zu behandeln. Auch die üblichen Wurmkuren sind bei Giardien wirkungslos.


Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten

Da Durchfälle bei jungen Katzen häufiger vorkommen und diese Erkrankung in unseren Breitengrade als nicht gerade üblich zu bezeichnen ist, denkt auch der Tierarzt nicht sofort an eine Giardieninfektion.

Mit den üblichen Untersuchungs-und Behandlungsmethoden ist dieser Durchfallerkrankung eben auch nicht „beizukommen“, denn Giardien sind durch die üblichen Kotuntersuchungen nicht feststellbar.

Die Kotprobe muss im Labor parasitologisch speziell auf Giardien untersucht werden. Es ist wichtig, die Kotprobe speziell auf Giardien untersuchen zu lassen, denn bei routinemäßiger Kotuntersuchung auf Parasiten bzw. pathogene Keime können diese speziellen Parasiten nicht gefunden werden.

Bei positivem Nachweis von Giardien in der Kotprobe, bieten die meisten Labors gleich einen Behandlungsvorschlag an. Meist ist das ein Medikament mit dem Wirkstoff Metronidazol (z.B. Clont) oder eine mindestens 5-tägige Behandlung mit Panacur. Die Behandlung muss konsequent nach Anweisung des Tierarztes durchgeführt werden.
Jungen Kätzchen wird der Tierarzt außerdem Glukose und Ringerlactat unter die Haut spritzen um ein austrocknen zu verhindern.
Die Neuansteckung geschieht über Trinkwasser, Kot und Schmierinfektionen. Es ist also absolute Hygiene angebracht.Deshalb sollte man täglich die Katzentoiletten desinfizieren und anschließend mit neuer Streu befüllen.
Decken, auf denen die Katzen gelegen haben, sollten täglich ausgetauscht werden und anschließend in der Waschmaschine ausgekocht werden. Trinkwasser wird vorher abgekocht.

Nach erfolgreicher Behandlung erholen sich die Katzen meist sehr schnell und nehmen wieder rasch an Gewicht zu.
Die meisten Katzen weisen aufgrund der Erkrankung noch eine gestörte Darmflora auf. Es ist daher ratsam, paralell zu der medikamentösen Behandlung die Darmflora wieder aufzubauen (z.B. Bird Bene Bac Gel, Hylak-Plus-Tropfen in´s Trinkwasser, sie enthalten Lactobakterien - und, wenn Ihre Katze Joghurt mag, dann geben Sie ihr täglich einen Eßlöffel Joghurt mit lebenden Kulturen z.B. Néstle LC 1).
Für die Dauer der medkamtentösen Behandlung, sowie in den nachfolgenden Tagen, empfielt es sich ein hochverdauliches Diätfutter zu füttern (z.B. Hill´s i/d - gibt es nur beim Tierarzt). Dieses Futter gilt als Ernährungshilfe bei der Gesamtbehandlung von gastrointestinalen Erkrankungen. Während der Erkrankung ist Dosenfutter sicherlich die bessere Wahl, im Anschluß kann man jedoch auch gerne das schmackhafte Trockenfutter füttern.


Quelle: Die Edelkatze 1/2004; Artikel von Fr. G. Wolter, Hamburg

unser Erlebnis mit FIP

Angefangen hatte alles 2004 mit unserer Amelie , sie verstarb an " FIP " im Alter von 6 Monaten. Danach hörte ich so Sachen wie: " Jetzt kannste gleich wieder aufhören, Deine Katzen haben sich alle infiziert. FIP ist ansteckend. So als Jungzüchter glaubt man diesen Unsinn dann auch noch. Damals hatte ich das komplette Katzeninventar weggeschmissen. Heute weiß ich es besser und keine meiner Tiere hat sich angesteckt, sie sind alle gesund. Wohl aber sind sie schon mal mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen.

Feline infektiöse Peritonitis und Pleuritis (FIP)

FIP ist eine tödliche Katzenkrankheit.

Neue Erkenntnis: Änderung in der Erbsubstanz des Virus gilt als Auslöser


Die ansteckende Brust- und Bauchfellentzündung der Katze ist eine Katzenkrank­heit, die durch sog. Coronaviren verursacht wird. Diese führen bei der Katze norma­lerweise zu einer harmlosen Darminfektion. Bei ca. 5% der infizierten Katzen kann daraus jedoch FIP entstehen

So steckt sich die Katze an
Coronaviren sind weit verbreitet. Mehr als 50% aller Katzen scheiden Coronaviren aus (hauptsächlich über den Kot) oder haben Antikörper gegen sie. Viele Tiere sind dabei völlig gesund. Sie können aber für Wochen bis Monate phasenweise Corona­viren ausscheiden und werden so für andere Katzen zur Infektionsquelle. In der Aussenwelt überlebt das Virus unter Umständen bis zu 6 Wochen. Lebt eine Katzen mit anderen Katzen zusammen oder trifft andere Katzen beim Freilauf, nimmt sie das Virus beim Scharren in der Katzentoilette oder durch Beschnüffeln und Belecken (andere Katzen aber auch Gegenstände und Kleidung) über Maul und Nase auf. Diese Ansteckung führt häufig zu einer Darminfektion.

Von der Darminfektion zu FIP
Eine Katze erkrankt erst dann an FIP, wenn bei der Vermehrung des „harmlosen Coronavirus" im Darm eine Veränderung der Erbinformation (Mutation) auftritt und sich so das „FIP-Virus" mit geänderten Eigenschaften entwickelt. Während das „harmlose Coronavirus" nur Darmzellen schädigt, dringt das „FIP-Virus" in der sog. „Fresszellen" des Blutes ein und wird mit ihnen im gesamten Körper verteilt. Die we­sentlichen Schäden werden nicht durch das Virus selbst verursacht, sondern durch gleichzeitig frei werdende Stoffe, die Entzündungen hervorrufen. Blutgefässe sind besonders stark betroffen. Es kommt zu Störungen der Durchblutung und Durchläs­sigkeit der Zellen. Die Folge sind Flüssigkeitsansammlungen (Ergüsse) in Bauch- und/oder Brustraum.(auch als „feuchte" FIP bezeichnet) und entzündliche, knotige Veränderungen in verschiedenen Organen (auch als „trockene", „granulo­matöse" FIP bezeichnet).
Die Ausbreitung des Virus im ganzen Körper erklärt die Vielzahl der Krankheitszei­chen. Alle Symptome, die bei FIP auftreten können, gibt es aber auch bei anderen Krankheiten. FIP-Verdacht besteht, wenn eine Katze über einen längeren Zeitraum apathisch ist, schlecht frisst, Gewicht verliert, Fieberschübe hat oder sich Flüssigkeit in Bauch- und/oder Brustraum ansammelt. Bei einem Erguss in der Brusthöhle ent­wickelt sich Atemnot, ein Bauchhöhlenerguss fällt durch zunehmenden Bauchumfang einer meist gleichzeitig mageren Katze auf. Hinweis auf eine Leberentzündung ist eine Gelbfärbung der Schleimhäute. Manche Katzen mit FIP zeigen Symptome des zentralen Nervensystems (Bewusstseinsstörungen, Anfälle) und/oder Augenverände­rungen.

Die Diagnose ist schwierig
Ob eine Katze FIP hat, ist nicht immer leicht nachzuweisen. Entgegen der weit­verbreiteten Meinung gibt es in der Routinediagnostik noch keine Möglichkeit „FIP-Viren" von „harmlosen Coronaviren" zu unterscheiden. Der übliche „FIP-Test" (sog. FIP-Titer, ein Antikörpernachweis), der bei mehr als 50% aller Katzen positiv ausfällt, erlaubt nur eine Aussage darüber, ob eine Katze Kontakt zu dem „harmlosen Coro­navirus" hatte, nicht jedoch darüber, ob sie immer noch infiziert ist und Coronaviren ausscheidet oder ob sie FIP hat oder entwickelt.
Liegt ein Körperhöhlenerguss vor (feststellbar durch Ultraschall oder Röntgen), ist anhand eines gewonnenen Punktats FIP mit großer Sicherheit zu diagnostizieren. Um sicher zu gehen, können in einem Speziallabor Teile des Coronavirus in den „Fresszellen" nachgewiesen werden. Im positiven Fall hat die Katze sicher FIP, da sich nur das „FIP-Virus" in den „Fresszellen" vermehren kann, nicht aber das „harm­lose Coronavirus".
Ist kein Erguss vorhanden, ist die Diagnose meist schwierig, da alle Verfahren, selbst neue molekularbiologische Methoden, oft keine zuverlässige Aussage geben. Eine sichere Diagnose kann in solchen Fällen nur durch Untersuchung von Gewebepro­ben oder Virusnachweis in „Fresszellen" erfolgen. Die Diagnose kann also aufwändig und teuer sein.

Was kann man tun?
Eine einmal ausgebrochene FIP ist nicht heilbar. Die meisten Katzen sterben in­nerhalb kurzer Zeit nach dem ersten Auftreten klinischer Symptome. Eine Behand­lung der Symptome kann das Krankheitsbild mildern, manchmal sogar für mehrere Monate. Bei der eindeutigen Diagnose FIP ist es aber in den meisten Fällen besser, die Katze einzuschläfern, um ihr Leiden nicht unnötig zu verlängern.
Allgemein vorbeugende Massnahmen:
Einen sicheren Schutz gegen FIP gibt es nicht. Eine Katze, die Kontakt zu ande­ren Katzen hat, kommt früher oder später auch mit Coronaviren in Berührung. Ob sich die Katze mit Coronaviren infiziert hat (nicht ob sie FIP hat) lässt sich mit dem bereits oben erwähnten sog. „FIP-Test" feststellen, bei dem Antikörper gegen Coro­naviren nachgewiesen werden. Will man zu einer Wohnungskatze, die im FIP-Test negativ ist, eine weitere dazunehmen, kann die neue Katze getestet werden, um zu vermeiden, dass sie Coronaviren mitbringt. In jedem Mehrkatzenhaushalt sollte ver­sucht werden, die Ausbreitung von Coronaviren und Reinfektion zu minimieren. Die Katzentoiletten sollten möglichst mehrmals täglich gereinigt werden und in Räumen stehe, die leicht sauber zu halten und zu desinfizieren sind. Fressnäpfe bringt man in einem anderen Raum unter. Es sollten nicht mehr als vier Katzen pro Gruppe gehal­ten werden und pro Tier eine Katzentoilette zu Verfügung stehen.

Hat eine Katze in einem Haushalt mit mehreren Katzen FIP oder steht unter FIP-Ver­dacht, stellt sich die Frage, ob sie von den anderen Katzen getrennt werden muss. Wurden die Tiere bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome länger ge­meinsam gehalten, ist eine Trennung nicht nötig, da die FIP-kranke Katze bereits vor Beginn der klinischen Symptome Coronaviren ausgeschieden hat und die anderen Katzen so bereits Kontakt zu den Viren hatten. Die Gefahr, dass eine der anderen Katzen FIP entwickelt, ist nicht höher als bei einer Coronavirus-Darminfektion (5%; bei im­mungeschwächten und jüngeren Katzen etwas höher), da das „FIP-Virus" selbst höchstwahrscheinlich nicht übertragen werden kann.
Allerdings sollten Stress (z.B. Operationen, Trächtigkeit, Besitzerwechsel) vermie­den werden. Vielen Katzen gelingt es eine Coronainfektion im Verlauf von Monaten bis Jahren zu eliminieren. Ein Maximum an Hygiene ist wichtig, ein neues Tier sollte nicht aufgenommen werden.
Ist eine einzelne Katze an FIP gestorben, sollte nach gründlicher Reinigung und Desinfektion sicherheitshalber eine dreimonatige Wartefrist eingehalten werden, be­vor eine neue Katze in den Haushalt kommt, um das Risiko einer Ansteckung zu mi­nimieren.
Es gibt einen Impfstoff, der in die Nase der Katzen eingetropft wird. Dieses Impfvi­rus kann sich nur im Nasen-Rachen-Raum (bei 31°C) vermehren, nicht aber im rest­lichen Körper (38-39°C).Die Impfung (durchführbar ab 16 Wochen) hat zum Ziel, hier an der Eintrittspforte eine Schutzbarriere gegen die Coronaviren aufzubauen und so ihr Eindringen in den Körper zu verhindern. Die Wirksamkeit scheint nicht gegeben zu sein bei Katzen, die bereits Kontakt zu Coronaviren hatten. Dagegen kann bei Katzen ohne Antikörper (negativ im „FIP-Test") das Auftreten von FIP durch die Impfung reduziert werden. Zu beachten ist, dass geimpfte Katzen „Antikörper-positiv" werden und man so nicht mehr sagen kann, ob auch ein natürlicher Kontakt zu dem Virus stattgefunden hat.

Prof. Dr. Katrin Hartmann

Dr. Jutta Hein